Pokljuka Almen

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Die schönsten Almen und Hütten auf der Pokljuka-Hochebene

Die Pokljuka-Hochebene ist geologisch und kulturell das reichste Almgebiet im gesamten Triglav-Nationalpark. Auf dem riesigen Hochplateau existieren mehr als ein Dutzend historischer Sennalmen (Planine), die seit Jahrhunderten von den Bauerngemeinschaften aus Bohinj und den Tälern rund um Bled genutzt werden.

Während einige dieser Almen zu modernen Schutzhütten mit hervorragender Gastronomie ausgebaut wurden, sind andere als traditionelle Käserei-Standorte oder ruhige Kulturlandschaften mit denkmalgeschützten Holz-Sennhütten (Cipere) erhalten geblieben. Ich habe die Almregionen auf Pokljuka intensiv durchstreift. Hier findest du die ausführlichen Porträts aller wichtigen Almen und Hütten samt der genauen Zustiege.

Planina Zajamniki (1.280 m): Das unangefochtene Postkartenmotiv

Die Zajamniki-Alm liegt am südlichen Rand des Pokljuka-Plateaus auf einem sanft abfallenden Wiesenrücken und gilt unter Fotografen wie Wanderern als eine der eindrucksvollsten Almen Sloweniens. Das absolute Alleinstellungsmerkmal dieser Hochweide ist ihre Anordnung der Almhütten: Die dunkel gebeizten, holzschindelgedeckten Sennhütten stehen kerzengerade entlang einer zentralen, fast 500 Meter langen „Almgasse“. Am unteren Ende öffnet sich der Blick völlig unverstellt auf die Gipfelpyramide des Triglav und die Kette der Bohinjer Berge. Im Sommer wird die Alm von Sennern bewirtschaftet. Eine große Gaststätte im klassischen Sinne gibt es zwar nicht, jedoch verkaufen einheimische Hirten in den Sommermonaten direkt aus den Hütten heraus frischen Bohinjer Käse, Topfen und Milch. Die Atmosphäre ist wunderbar, das Almdorf ist sonnenverwöhnt, weit und lädt zum stundenlangen Verweilen ein.
–> alle Infos über Planina Zajamniki

Zugang und Zustieg: Der einfachste und beliebteste Zustieg startet am Biathlon-Zentrum Rudno Polje. Vom dortigen Großparkplatz folgst du der Beschilderung Richtung Planina Zajamniki. Der Weg führt als fast eben verlaufender, breiter Wald- und Forstweg ohne nennenswerte Höhenmeter durch den dichten Pokljuka-Fichtenwald. Nach etwa 1,5 Stunden reiner Gehzeit (ca. 3,5 Kilometer pro Strecke) trittst du unvermittelt am oberen Ende der Almgasse aus dem Wald heraus. Alternativ kann die Alm auch von Süden her über einen steileren Aufstieg ab dem Dorf Jereka im Bohinj-Tal in gut 2,5 Stunden erwandert werden.

Blejska koča na Lipanci (1.630 m): Das bewirtschaftete Almdorf im Norden

Die Blejska koča liegt auf der sonnigen Lipanca-Alm am nordöstlichen Ende der Hochebene, geschützt in einer Kessellage am Fuße der Zweitausender Lipanski vrh und Debela peč. Die Alm ist von alten Lärchen- und Zirbenbeständen eingerahmt, dicht mit alpiner Flora bewachsen und bietet im Frühsommer ein farbenprächtiges Blütenmeer. Die Hütte wird vom Alpenverein Bled betrieben und ist eine der am besten ausgestatteten Schutzhütten der gesamten Region. Sie ist fast ganzjährig geöffnet und bietet vollwertige warme Küche – berühmt für ihren deftigen Jota-Eintopf, Hauswürste und frisch gebackene Štruklji – sowie Übernachtungsmöglichkeiten im Matratzenlager und in Mehrbettzimmern. Die Stimmung hier oben ist sportlich, belebt und gastfreundlich, da die Hütte als zentrale Versorgungsbasis für viele Gipfelstürmer dient.

Zugang und Zustieg: Für den schnellsten Aufstieg fährst du mit dem Pkw von der Pokljuka-Hauptstraße ab und folgst der Forststraße bis zum Waldparkplatz Pri Rupah (auch als Parkplatz Lipanca bekannt). Von dort führt ein gut markierter, mäßig steiler Wanderweg über Wurzeln und erdiges Waldboden-Terrain in rund 45 bis 60 Minuten (ca. 250 Höhenmeter) direkt hinauf zur Hütte. Eine etwas längere, aber landschaftlich reizvolle Alternative startet an der Forststraße bei Medvedova konta, von wo aus man die Hütte über sanftere Waldpfade in etwa 1,15 Stunden erreicht.

Planina Konjščica (1.438 m): Die Wiege des traditionellen Bohinjer Käses

Die Konjščica-Alm liegt in einem tief eingeschnittenen, geschützten Naturkessel südwestlich von Rudno Polje. Umgeben von den steil abfallenden Felswänden des Tošc und des Studor wirkt die Alm wie ein abgetrennter, friedlicher Mikrokosmos. Durch den feuchten Kesselboden mäandern kleine Gebirgsbäche, an deren Ufern im Sommer das Vieh grast. Konjščica ist eine der wichtigsten aktiven Käserei-Almen auf Pokljuka. In der zentralen Senn Hütte (Sirarna) wird noch nach alter Tradition Bohinjer Mohant-Käse und Schnittkäse aus Rohmilch hergestellt. Besucher können auf einfachen Holzbänken saure Milch mit dem Löffel, frisch gebrühten Kaffee und deftige Käsebrote genießen. Die Atmosphäre ist urtümlich, nahbar und stark landwirtschaftlich geprägt.

Zugang und Zustieg: Die Tour zur Konjščica-Alm ist einer der schönsten und einfachsten Familienwege der Region. Der Ausweichparkplatz unterhalb von Rudno Polje an der Forststraße Richtung Ermanovec / Pri Rupah dient als idealer Startpunkt. Von dort folgt man dem sanft ansteigenden Wanderweg entlang des Baches. Der Weg erfordert kaum Orientierung, überwindet nur knapp 120 Höhenmeter und führt in gemütlichen 30 bis 40 Minuten direkt in den geschützten Alm-Kessel. Wer möchte, kann von Konjščica aus weiter über den Studor-Pass in Richtung des Tals der Triglav-Seen aufsteigen.

Koča na Uskovnici & Planina Uskovnica (1.154 m): Der moderne Komfort-Rückzugsort

Die Uskovnica-Alm bildet den südlichen Übergang von der Pokljuka-Hochebene hinab in die Täler von Bohinj. Das Zentrum der Hochfläche ist die Koča na Uskovnici, eine Berghütte, die vor wenigen Jahren komplett neu und nachhaltig in moderner Holzarchitektur erbaut wurde. Sie bietet modernste Sanitäranlagen, komfortable Gasträume und eine riesige Panoramaterrasse mit gehobener, regionaler Almküche. Die Alm erstreckt sich als riesiges, offenes Wiesenplateau. Nur wenige Gehminuten von der Hütte entfernt steht die verträumte Holzkapelle Marija Pomočnica. Von dort schweift der Blick ungehindert über den gesamten Bohinj-Kessel bis hin zur gegenüberliegenden Vogel-Kette. Durch die weitläufige Lage der Almen und die hervorragende Infrastruktur eignet sich Uskovnica perfekt für Genießer und Familien.

Zugang und Zustieg: Der entspannteste Zugang verläuft direkt vom Biathlon-Zentrum Rudno Polje aus. Von dort folgst du einem breiten, größtenteils leicht abfallenden Forstweg gen Süden, der dich in knapp 45 Minuten schattigem Spaziergang ohne Anstrengung zur Hütte führt. Wer den sportlichen Aufstieg aus dem Tal bevorzugt, startet im Dorf Srednja Vas v Bohinju und folgt dem historischen Almweg durch den Bergwald hinauf (ca. 2 Stunden / 500 Höhenmeter). Auch ein Aufstieg aus dem Voje-Tal über einen steileren Verbindungssteig ist in etwa 1,5 Stunden problemlos möglich.

Planina Javornik (1.300 m): Die riesige Waldlichtung der Sensenmäher

Die Javornik-Alm liegt zentral auf der Hochebene und gehört flächenmäßig zu den größten Almen der gesamten Region. Im Gegensatz zu vielen Aussichtsalmen an den Hangkanten ist Javornik eine riesige, freie Wiesenfläche, die ringsum von dichtem, uraltem Fichtenwald eingerahmt wird. Historisch wurde Javornik vor allem zur Heugewinnung und Waldweide genutzt. Heute stehen dort weit verstreut private Holzhütten und funktionale Senneschuppen. Es gibt zwar keine große, durchgehend geöffnete Gaststätte, aber während der Sommersaison schenken einzelne Hirten frische Milch ein und verkaufen Käse direkt ab Hof. Die Alm strahlt eine großzügige Stille aus und ist ein hervorragendes Ziel für entschleunigte Spaziergänge.

Zugang und Zustieg: Die Javornik-Alm ist von mehreren Punkten der Hochebene sehr leicht zugänglich. Der bequemste Startpunkt liegt direkt am Sporthotel Pokljuka an der Hauptstraße. Von dort folgst du den ausgeschilderten, flachen Wald- und Wiesenwegen Richtung Süden. Nach knapp 20 bis 30 Minuten entspanntem Fußmarsch erreichst du bereits die nördliche Kante der riesigen Wiesenfläche. Zudem führt die asphaltierte Nebenstraße Richtung Blejska koča direkt an der Alm vorbei, sodass man den Ausflug ideal mit einer Radtour verbinden kann.

Planina Klek (1.556 m): Das stille Idyll unter den Felswänden

Die Klek-Alm liegt nordöstlich versteckt in einer hochalpinen Mulde direkt unter dem gewaltigen Felsmassiv der Debela peč. Sie ist die am stärksten hochalpin geprägte Waldalm auf Pokljuka. Die baumlosen Weidewiesen stoßen hier unmittelbar an Geröllkarre und senkrechte Kalkwände an. Durch ihre etwas abgelegene Lage abseits der Promenadenwege wird Klek von deutlich weniger Tagestouristen besucht. Auf der Alm gibt es keine Einkehrmöglichkeit oder bewirtschaftete Hütte, weshalb du Proviant im Rucksack mitführen solltest. Dafür entschädigt das geschützte Kulturdenkmal mit unberührten Hüttenensembles und einer eindrucksvollen Bergkulisse, die besonders im späten Nachmittagslicht ihre volle Magie entfaltet.

Zugang und Zustieg: Da Klek abseits der Autostraßen liegt, muss die Alm ehrlich erwandert werden. Der gängigste Weg startet am Waldparkplatz Pri Rupah oder Medvedova konta. Man wandert zunächst auf dem Weg Richtung Blejska koča, zweigt jedoch an der Beschilderung Richtung Krma / Debela peč nach rechts ab. Der Pfad führt in leichtem Auf und Ab durch kühle Nadelwälder und erreicht nach etwa 1,5 Stunden Gehzeit die Hangkante oberhalb der Alm, von wo aus man in wenigen Minuten hinabsteigt.

Planina Jelje (1.300 m) & Planina Praprotnica (1.200 m): Die Geheimtipps für Entdecker

Diese beiden kleineren Almen liegen im westlichen Sektor der Pokljuka-Hochebene und sind über ein Netz aus ruhigen Forstwegen und alten Pfaden miteinander verbunden. Die Planina Jelje ist berühmt für ihre extrem dichte Ansammlung historischer, dunkel gebeizter Holzhütten, die eng nebeneinander auf einer kleinen Waldlichtung stehen und ein fantastisches Motiv für Kulturinteressierte bieten. Die Planina Praprotnica hingegen präsentiert sich als langgestreckte, ruhige Wiesenalm, die fast vollständig von dichtem Nadelwald umschlossen wird. Auf beiden Almen gibt es keinen kommerziellen Gastronomiebetrieb, sondern pure, unverfälschte Natur und seltene Abgeschiedenheit.

Zugang und Zustieg: Der ideale Ausgangspunkt für diese beiden Almen ist der Parkplatz bei Goreljek (nahe dem Moor-Lernpfad) oder die kleinen Parkbuchten entlang der Forststraße zwischen Goreljek und Zgornje Gorje. Zu Fuß erreichst du die Planina Jelje von Goreljek aus über einen sanft geschwungenen Forstweg nach etwa 30 Minuten Gehzeit. Von Jelje aus lässt sich die Wanderung auf schattigen Waldpfaden in weiteren 30 bis 40 Minuten zur Planina Praprotnica verlängern, was sich zu einer wunderbaren, rund zweistündigen Entdecker-Runde kombiniert.

Wichtige Verhaltens- und Wandertipps für die Pokljuka-Almen

  • Rücksicht auf das Weidevieh: Alle aktiven Almen (besonders Konjščica, Zajamniki und Javornik) sind Arbeitsorte. Bedenke, dass Kühe mit Kälbern Schutzabstand benötigen. Hunde müssen auf den Almflächen zwingend an der kurzen Leine geführt werden. Die Sennhütten sind meist von Ende Juni bis Mitte September mit Vieh besetzt. In dieser Zeit bekommst du frische Milchprodukte direkt an den Hütten.
  • Müllentsorgung: Auf den nicht bewirtschafteten Almen gibt es keine Mülleimer. Sämtlicher Unrat muss wieder mit ins Tal genommen werden.
  • Käsekauf: Wer echten Bohinjer Käse auf den Sennalmen kaufen möchte, sollte kleine Euro-Scheine und Münzen dabeihaben. Auf Konjščica und Zajamniki gibt es keine Mobilfunk-Terminals für Kartenzahlung.

Übersicht der Almen & Hütten auf Pokljuka

Alm / HütteHöheBewirtschaftet?HighlightAusgangspunkt
Blejska koča1.630 mJa (ganzjährig/Saison)Beste Einkehr, GipfelzugängeParkplatz Pri Rupah / Pokljuka
Planina Zajamniki1.280 mTeilweise (Sennerei)Ikonische Hüttengasse & Triglav-BlickRudno Polje
Planina Konjščica1.438 mJa (Sommer-Sennerei)Frischer Käse, einfacher FamilienwegParkplatz Pri Rupah
Koča na Uskovnici1.154 mJa (durchgehend im Sommer)Moderne Hütte, PanoramatapeteRudno Polje oder Srednja Vas
Planina Javornik1.300 mTeilweiseRiesige Waldlichtung, Natur purSporthotel Pokljuka
Planina Klek1.556 mNein (Ruheort)Urige Hütten unter SteilwändenRudno Polje / Blejska koča

Praktische Tipps für deine Almentour

  • Bargeld mitnehmen: Auch wenn modernere Hütten wie die Koča na Uskovnici Kartenzahlung anbieten, akzeptieren die kleineren Sennhütten (wie auf Konjščica oder Zajamniki) für Käse und Getränke ausschließlich Bargeld.
  • Saisonzeiten beachten: Die Sennhütten sind meist von Ende Juni bis Mitte September mit Vieh besetzt. In dieser Zeit bekommst du frische Milchprodukte direkt ab Hof.
  • Ausrüstung: Die Pfade zwischen den Almen verlaufen oft über erdigen Waldboden und Wurzelwerk. Griffige Wanderschuhe sind auch auf leichten Strecken von Vorteil.

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