Mangartstraße & Mangart Pass (2.072 m): Die spektakulärste Panoramastraße Sloweniens
Die Straße auf den Mangart Pass ist die außergewöhnlichste Panoramastraße im Nationalpark Triglav! Die Mangartstraße (Mangartska cesta) führt hinauf auf den Mangartsattel (Mangartsko sedlo) auf 2.072 Metern Höhe und ist damit die höchste befahrbare Straße Sloweniens.
Im Gegensatz zu klassischen Alpenpässen wie dem Predilpass oder Vršič-Pass führt diese Straße nirgendwo hinüber: Sie ist eine Sackgasse. Erstellt wurde sie 1938 vom italienischen Militär in Rekordzeit, um die damalige Grenze zu sichern. Heute schlängelt sich die Mautstraße durch unbeleuchtete Felsentunnel, direkt an senkrechten Abgründen entlang, bis mitten in die hochalpine Kulisse unterhalb der gewaltigen Westwand des Mangart (2.679 m).

Der Mangart Pass auf einen Blick
- Höchster Punkt: 2.072 Meter (Mangartsattel)
- Länge: ca. 12 Kilometer ab der Abzweigung am Predilpass
- Höhenmeter: ca. 980 hm ab der Abzweigung
- Maximale Steigung: ca. 14 %
- Maut / Umweltgebühr: 10,00 € pro Fahrzeug oder Motorrad
- Streckencharakter: Sehr schmal, teils einspurig mit Ausweichbuchten, 5 unbeleuchtete Felsentunnel, ungesicherte Felswände
- Fahrzeugbegrenzung: Aufgrund der Tunnelhöhen und Engstellen gilt ein striktes Fahrverbot für Busse und große Wohnmobile. Zudem gilt ein Tageslimit für Kraftfahrzeuge.
So geht die Auffahrt auf der Mangartstraße
Die Mangartstraße zweigt wenige Kilometer unterhalb der Passhöhe des Predilpasses auf der slowenischen Seite ab. Auf knapp 12 Kilometern Strecke überwindet man von der Abzweigung bis zum Sattel rund 980 Höhenmeter bei einer Steigung von bis zu 14 Prozent.
Der untere Streckenabschnitt führt zunächst in engen Kehren durch dichten Buchen- und Fichtenwald. Sobald man die Baumgrenze passiert, zieht die Straße direkt in die steilen Felsflanken. Ein echtes Nadelöhr sind die fünf kühn in den Stein geschlagenen Felsentunnel: Sie sind unbeleuchtet, eng und durch Tropfwasser oft nass. Scheinwerferlicht ist hier unverzichtbar.
Am Ziel öffnet sich die weite Hochfläche des Mangartsattels. Ursprünglich endete die Straße in einer großen Einbahn-Pflasterschleife. Aufgrund eines Felssturzes im obersten Abschnitt liegt das aktuelle Ende der befahrbaren Strecke jedoch etwa 400 Meter hinter der Abzweigung zur Mangart-Hütte (Koča na Mangartskem sedlu). Die verbleibenden Meter bis zum eigentlichen Sattel legt man bequem zu Fuß zurück.
Mangartstraße mit dem Wohnmobil?
Für klassische Wohnmobile, Alkovener oder Gespanne ist die Mangartstraße ungeeignet. Die Strecke ist extrem schmal, teils einspurig mit Ausweichbuchten und verzeiht keine Fahrfehler. Zudem hängen die Decken in den uneben aus dem Fels gehauenen Tunneln an den Rändern tief herab, was bei höheren Fahrzeugaufbauten rasch zu Schäden führt.
Kompakte Campervans wie der VW Bus, Ford Transit oder Kastenwagen bis maximal 5,40 Meter Länge können die Strecke bei vorausschauender Fahrweise befahren. Da man bei Gegenverkehr jedoch immer wieder längere Strecken rückwärts zur nächsten Ausweichbucht rangieren muss, erfordert die Fahrt exzellente Fahrzeugbeherrschung. Größere Fahrzeuge sollten unten im Tal geparkt werden.
Mangartstraße mit dem Fahrrad
Für Rennradfahrer, E-Biker und ambitionierte Tourenradler zählt der Anstieg zum Mangartsattel zu den absolut eindrucksvollsten Routen im Nationalpark Triglav. Die knapp 1.000 Höhenmeter auf kurzer Distanz und durchgehende Steigungen zwischen 9 und 14 Prozent fordern volle Kondition.
Fahrradfahrer profitieren davon, dass für sie keine Umweltgebühr anfällt. Wegen der unbeleuchteten Tunnel ist eine helle Vorder- und Rückleuchte am Fahrrad jedoch überlebenswichtig, da man ohne Licht den unebenen Asphalt in der Dunkelheit nicht erkennt und von entgegenkommenden Autos viel zu spät gesehen wird.
Mangart Pass Maut und Kapazitätsgrenzen
Gleich hinter der Abzweigung vom Predilpass befindet sich die Mautstation. Für die Weiterfahrt wird eine Umweltgebühr von 10,00 Euro pro PKW und Motorrad erhoben. Das Geld fließt direkt in den Erhalt der alpinen Infrastruktur und den Naturschutz im Nationalpark Triglav. Das ist gleich wie im Nationalpark Kurische Nehrung.
Um die Natur am Sattel zu schützen und ein Nadelöhr auf der schmalen Straße zu verhindern, gilt ein Kapazitätslimit von maximal 90 Fahrzeugen gleichzeitig. Ist der Parkplatz oben voll, schaltet die Schranke an der Kasse auf Rot. Eine digitale Anzeigetafel an der Straßenabzweigung beim Viadukt Mlinč informiert über die aktuelle Auslastung. Die Belegung lässt sich zudem online über das slowenische Verkehrsinformationszentrum (promet.si) prüfen. In den Sommermonaten Juli und August empfiehlt sich die Anreise daher vor 9:00 Uhr morgens oder ab dem späten Nachmittag.
Karte Mangartstrasse
Mangartstraße Öffnungszeiten und Wintersperre
Aufgrund der enormen Höhe von über 2.000 Metern und der Lawinengefahr in den Felswänden hat die Mangartstraße eine lange Wintersperre. Die Schranke bleibt im Winter und Frühjahr geschlossen. Die Sommersaison beginnt je nach Schneelage erst Anfang bis Mitte Juni und endet je nach Witterung im Oktober.
Was tun am Mangartsattel?
- Wanderung zum Mangart-Gipfel (2.679 m): Vom Sattel aus starten zwei bekannte Routen auf den Gipfel: Der slowenische Weg (Slovenska pot – anspruchsvoller Klettersteig, Helm Pflicht!) und der italienische Weg (Italijanska pot – technisch einfacher, aber Trittsicherheit erforderlich).
- Fotospot für Sonnenuntergänge: Der Blick von oben nach Westen über die italienischen Kanin-Alpen ist beim letzten Tageslicht unschlagbar. (Vergiss für die Rückfahrt im Dunkeln nicht die enge Tunnelsituation!).
- Übernachtungsverbot: Auf dem gesamten Mangartsattel gilt im Nationalpark ein striktes Verbot für Wildcamping und das Übernachten im Fahrzeug. Die Parkschützer kontrollieren streng!
Weitere Informationen über den Nationalpark Triglav
- die schönsten Ecken im Nationalpark Triglav
- Geheimtipp Soča-Tal

